Arbeitsmodelle sind so dynamisch wie Bitcoinkurse

Manchmal komme ich mir einsam und verlassen, bei all den unterschiedlichen Arbeitsmodellen, die mir heutzutage begegnen, von denen ich nicht weiß, ob sie zu LOGIC, der Medienbranche und meinem Verständnis von Arbeitsleistung passen, vor.


20, 32 oder 40 Stunden pro Woche, arbeiten von unterwegs, aus dem Home Office, aus dem Urlaub, in der Nacht sowie am Tag oder einfach gar nicht. Wie messe ich die Arbeitsleistung oder erfasse ich die Zeit? Ist Zeit die richtige Grundlage für die Erbringung von Arbeitsleistung in einer Wissensgesellschaft oder zählt eher das Ergebnis? Wie definiere ich das Ergebnis und was ist das genau. Wie schaffe ich es für einen Mittelständler Ziele und Ergebnisse zu definieren und was mache ich, wenn sie nicht erreicht werden?


Diese und viele andere Gedanken gehen vermutlich etlichen Geschäftsführern und Förderern durch den Kopf, wenn er oder sie den Wandel der Industrie betrachtet.


Eines steht für mich nach diesen 1 ½ Jahren ungewöhnlichen Arbeitsumständen fest.


Mitarbeiter die trotz der Umstände ihre Arbeit, die nicht von zu Hause zu erledigen war, aus dem Büro machten, sind für mich in unserer Firma die wirklichen Helden. Wir erfuhren keine Beschwerden, keine Blockade trotz, dass sie genau wissen, dass all die neuen Arbeitsmodelle, die ich erwähnte und beschreiben werde, für sie nie gelten werden und dass sie sich während der Pandemie einerseits in Gefahr und andererseits den Auflagen von freiwilligen Tests, dem Tragen von Masken und einsamen Büroräumen unterworfen haben.


Leute, vielen vielen Dank. Ohne euch wären wir nicht so weit und gut durchgekommen! Die ganze Firma steht in eurer Schuld, denn ich kann für mich sagen, dass die ganze Hardware, die ich im Jahr 2020 und 2021 verkauft habe durch eure Hände ging!


Was erwartet uns nun nach dieser verrückten Zeit? Sind wir durch? Niemand weiß es, dennoch können wir nicht stehenbleiben.

Die Sicht auf unsere Arbeitsweisen hat sich gravierend geändert und ich halte weiter daran fest, dass ein moderner Arbeitgeber seine Mitarbeiter nicht mehr vollständig ins Büro zurückfordern kann. Es ist für fast alle von uns ein intrinsischer Antrieb mit anderen Menschen zu arbeiten, weshalb ich daran glaube, dass die Leute freiwillig zurückkommen werden. Vielleicht nicht täglich jedoch sicher zwei bis drei Tage pro Woche.


Doch die Frage bleibt weiterhin; wie messe ich den Arbeitserfolg und definiere ich Ziele oder zu erwartende Ergebnisse?


Den einzigen messbaren Arbeitserfolg, den ich habe, ist die Zufriedenheit unserer Kunden und dass wir Gehälter zahlen können. Zwei einfache wenngleich absolut essenzielle Grundvoraussetzungen.


Bereits in meinen ersten Jahren bei LOGIC habe ich beigebracht bekommen „es gibt nur ein ZDF*, also handle entsprechend“, was meinen Fokus auf Kundenzufriedenheit geprägt hat.


Ist also ein zufriedener Kunde das Maß der Dinge und erreiche ich das nicht von überall auf der Welt? Und ist der Kunde bereit das zu entlohnen oder zählt nur der „beste Preis“. Wie kann dieser Mehrwert vergütet werden. Fragen über Fragen mit denen man einen Abend füllen könnte.


Ich setze für mich für 2021 fest, dass ich Kundenzufriedenheit als das höchste Gut sehen möchte und erlaube meinen Kollegen das von überall zu erreichen.


Daher führen wir bis zum Ende 2021 ein Arbeitsmodell ein, dass für mich und viele bei uns neu war.


Workation = Work + Vacation.


Arbeiten wo andere Urlaub machen. Das klingt nach einem recht abgedroschenen Werbeslogan für ein Dorf im Hunsrück, der Mosel oder Eifel.


Wenn Sie demnächst einen Kollegen oder eine Kollegin aus dem Hause LOGIC am Telefon haben und im Hintergrund einen Sirtaki hören, könnte es daran liegen, dass er oder sie in Heraklion am Strand arbeitet.


Auch hier ist erneut die Grundlage Vertrauen und Mut. Beides gönnen wir uns für dieses Projekt und schauen was passiert.


Auf eine gute und hoffentlich bald beginnende Post-Covid-Zeit.



*kann gerne durch andere Rundfunkanstalten und Medienhäuser ersetzt werden 😉